Mindestens 20 Journalisten in der Nacht vom Freitag in Katalonien verletzt und 1 verhaftet

20/10/19 a les 10:11 am

Die Ramon Barnils Journalistengruppe verurteilt die inakzeptablen Aktionen der spanischen und katalanischen Polizei und fordert den Rücktritt der verantwortlichen Regierungsbeamten

Nach Angaben der Medienbeobachtungsstelle Mèdia.cat wurden am Freitag 14 Journalisten von der Polizei, 1 von rechtsextremen Demonstranten und 5 weitere von unbekannten Angreifern verletzt (insgesamt 20), was die Zahl der seit Montag verletzten Journalisten auf insgesamt 58 ansteigen lässt

Barcelona, 19. Oktober 2019: Die Ramon Barnils Journalistengruppe (www.grupbarnils.cat), eine 2001 gegründete gemeinnützige Organisation von rund 200 katalanischen Journalisten, verurteilt die inakzeptablen Aktionen der spanischen Nationalpolizei und der katalanischen Mossos d’Esquadra in Form von Angriffen und Verhaftungen von Journalisten.

Besonders schlimm war die Situation in den Abend-, Nacht- und frühen Morgenstunden vom 18. auf den 19. Oktober nach den Demonstrationen während des Generalstreiks am Freitag. Doch diese ungerechtfertigten Polizeiaktionen und besorgniserregenden Angriffe auf Journalisten haben bereits seit Montag, dem 14. Oktober, dem Tag, an dem das Urteil des Obersten Gerichtshofs über die katalanischen Separatistenführer veröffentlicht wurde, wiederholt stattgefunden.

 

Dutzende von Demonstranten sind Opfer von Polizeipraktiken geworden, die gegen die geltenden Protokolle verstoßen. Auch Journalisten wurden verletzt und verhaftet (obwohl die meisten von ihnen durch Westen und/oder Armbänder als Journalisten identifizierbar waren). Einige Opfer berichteten, dass die Polizeibeamten während der Angriffe ihre Versuche, sich mithilfe ihrer Ausweise als Mitglieder der Presse zu identifizieren, ignorierten; andere erklärten, dass sie mit dem Ziel angegriffen wurden, sie daran zu hindern, das Geschehen aufzuzeichnen. Die beispiellos hohe Zahl der Angriffe auf Journalisten am Freitag und die Verhaftung eines Fotografen legen den Verdacht nahe, dass bewusst gegen Berichterstatter vorgegangen wird. All das, was in den letzten Tagen beobachtet wurde, stellt einen beispiellosen Angriff auf das Recht auf freie Berichterstattung dar.

Daher fordert die Ramon Barnils Gruppe den Rücktritt der für diese Polizeikräfte zuständigen Regierungsbeamten, d. h. des katalanischen Innenministers Miquel Buch und des amtierenden spanischen Innenministers Fernando Grande-Marlaska.

Nach Angaben von Mèdia.cat (www.media.cat), der von der Ramon Barnils Gruppe gegründeten Medienbeobachtungsstelle, wurden in der Nacht vom Freitag 20 Journalisten verletzt sowie 38 weitere zwischen Montag und Donnerstag. In Erwartung weiterer Informationen über jeden Fall und etwaiger neuer Daten stellt die Gruppe diese Informationen Reportern und Medien sowie lokalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen und -institutionen zur Verfügung (Zahlen und Links siehe unten), um diese Verletzung des Rechts auf Berichterstattung öffentlich zu machen.

Die 2009 gegründete Beobachtungsstelle Mèdia.cat bietet kritische Analysen von Massenmedienkanälen, führt Recherchen durch, veröffentlicht Themen, die verschwiegen oder zensiert werden, und dokumentiert und verurteilt öffentlich Verletzungen und Einschränkungen der Informations- und Meinungsfreiheit. Die „Zensurkarte“ (www.media.cat/mapacensura), ein Projekt, das seit 2015 Aggression gegen Journalisten und andere Einschränkungen des Rechts auf Berichterstattung ans Licht bringt, war 2018 einer der 400 Kandidaten aus der ganzen Welt für den „Freedom of Expression Award“, der von der internationalen Organisation Index on Censorship für die Bemühungen im Kampf für die Meinungsfreiheit vergeben wird.

Zahlen über angegriffene Journalisten

(Vorläufige) Bilanz der Nacht vom Freitag, 18. Oktober:

20 Journalisten verletzt und 1 verhaftet in Barcelona, Girona und Valencia

Aktuelle Zahlen (weitere Fälle möglich):

  • Journalisten, die von Polizisten (CNP/Mossos) mit Schlagstöcken, Gummikugeln usw. verletzt wurden: 14 (13 in Barcelona und 1 in Girona)
  • Journalisten, die von rechtsextremen Demonstranten angegriffen wurden: 1 (Valencia)
  • Journalisten, die von unbekannten Angreifern angegriffen wurden: 5 (Barcelona)
  • Verhaftete Journalisten: 1 (Barcelona)
  • Durch Tränengas verletzte Journalisten: Anzahl unbestimmt

(Vorläufige) Bilanz vom 14. bis 18. Oktober:

Montag, 14. Oktober: 12 Journalisten verletzt
Dienstag, 15. Oktober: 11 Journalisten verletzt

Mittwoch, 16. Oktober: 13 Journalisten verletzt
Donnerstag, 17. Oktober: 2 Journalisten verletzt
Freitag, 18. Oktober: 20 Journalisten verletzt

Gesamtzahlen (Montag-Freitag): 58 Journalisten in Katalonien verletzt (ausgenommen ein Fall in Valencia)

Weitere Informationen zu den gesammelten Fällen sind auf der Website von Mèdia.cat [auf Katalanisch] erhältlich: https://www.media.cat/2019/10/16/recompte-agressionen-periodistes-protestes-sentencia/